Wieviel Steuern zahle ich in der Geldanlage?

Wie viele Steuern zahle ich in der Geldanlage?

„Wie viel Steuern zahle ich bei der Geldanlage?“ – eine sehr gute und kluge Frage, die darüber entscheidet, ob man in der Auszahlungsphase der Gelder auch richtig kalkuliert.

Aus diesem Grund möchten wir hier Einblicke in die Besteuerung von Geldanlagen geben, sodass Du Dir ein gewisses Grundverständnis aneignen kannst.

Der erste wichtige Satz vorweg: Steuern wirst Du grundsätzlich überall zahlen.

Und es gilt auch folgender Satz: “Investiere nicht wegen der Steuern, aber lass Sie auch nicht unberücksichtigt.”

Viele Anleger halten an steuerfreien Altverträgen fest, auch wenn die Gewinne mit der Geldanlage selbst nicht rentabel genug sind. Und eine Steuerminderung macht ja logischerweise nur dann Sinn, wenn es ausreichend Gewinne gibt, auf die sich die Minderung auswirkt.

 

“Wie viel Steuern zahle ich bei der Geldanlage?”

Unterschiedlich viel. Der effektive Steuersatz hängt von der eigentlichen Anlageklasse ab, also zum Beispiel: Immobilien, Geldwerte, Aktien, Anleihen, Edelmetalle.

Es kommt dabei darauf an, auf welche Art Du in diese Anlageklassen investierst. Hierbei unterscheidet sich, ob Du zum Beispiel als natürliche Person, als Firma oder als Stiftung investierst. Darüber hinaus entscheidet auch der Anlagezeitraum über Deinen effektiven Steuersatz.

Es gilt daher: Investitionen werden in Kerninvestment und in Mantel Investment unterschieden.

Der Kern definiert worein Du investierst und welche Brutto-Rendite erzeugt wird.

Der Mantel definiert dagegen, was Du als Nettorendite unterm Strich nach Steuern erhältst.

Einige Kennzahlen zeigen wir Dir hier. Diese wirst Du durchaus auch mal bei weiteren Recherchen antreffen können. Es gilt grundsätzlich: Gewinne werden immer besteuert und Gewinne fallen dann an, wenn etwas an den Anleger ausgezahlt wird.

Aber folgende Investitionen haben “Freibeträge”, die als Privatanleger nicht extra besteuert werden müssen. Hier sprechen wir also von dem zu versteuernden Anteil. Nicht von dem Steuersatz, den erklären wir danach.

Zu versteuernder Anteil beim Investment:

  1. Ein Investment in Direktimmobilien: 100%
  2. Ein Investment in Geld / Anleihen / Geldmarktfonds: 100%
  3. Ein Investment in Mischfonds (Aktien unter 50%) wird mit: 85%
  4. Ein Investment in Einzelaktien oder Fonds (über 50% Aktienanteil) wird mit: 70%
  5. Ein Investment in Immobilienfonds mit deutschen Immobilien (über 50%): 40%
  6. Ein Investment in Immobilienfonds mit ausländischen Immobilien (über 50%): 20%
  7. Ein Investment in physisches Gold nach 12 Monaten: 0%

 

Achtung:

Viele rechnen sich jetzt reich. Leider bekommst Du hier nichts geschenkt. 2018 wurden die Besteuerungen nur durch gewisse Pauschalen erleichtert, sodass die Steuern bei realisierten Gewinnen direkt abgeführt werden und nicht extra in der Steuererklärung angegeben werden müssen. Man hat die Besteuerung im Prinzip einfach nur benutzerfreundlicher gemacht.

Es gab vor 2018 über 33 Faktoren die den zu berechnenden Steuersatz beeinflusst haben.

Nach 2018 sind es 4 relevante Größen: Das Wachstum in einem Zeitraum, die Art des Investments, der Steuersatz und die Ebene der Besteuerung.

Wenn es also eine Ebene der Privatanleger gibt, so gibt es auch eine Ebene der “Nichtprivatanleger”, nämlich die verwaltende Gesellschaft.

Diese führt auf die “freigestellten” Anteile bereits vorher auf der Fondsebene die Steuern ab.

Beispiel – Aktienfonds: 30% werden auf der Fondsebene besteuert und die anderen 70% auf der Privatanleger-Ebene. Deshalb ist aus sicht des Anlegers die 30% logischerweise dann frei. Sonst hätte man ja eine Doppelbesteuerung.

Was einen Unterschied macht ist die Steuerart bei der verwaltenden gesellschaft. Diese zahlt nämlich 15 % Körperschaftsteuer auf die Gewinne.  Da dies der Privatanleger nicht beeinflussen kann, sollte man sich hier als Privatinvestor nicht zu viele Gedanken machen.

 

Steuersatz der Investitionen:

  1. Ein Investment in Direktimmobilien: individueller Steuersatz je nach Einkommenshöhe.
  2. Ein Investment in Geld / Anleihen / Geldmarktfonds: 26,375% + evtl. Kirchensteuer
  3. Ein Investment in Mischfonds (Aktien unter 50%): 26,375% + evtl. Kirchensteuer
  4. Ein Investment in Einzelaktien oder Fonds (über 50% Aktienanteil): 26,375% + evtl. Kirchensteuer
  5. Ein Investment in Immobilienfonds mit deutschen Immobilien (über 50%): 26,375% + evtl. Kirchensteuer
  6. Ein Investment in Immobilienfonds mit ausländischen Immobilien (über 50%): 26,375% + evtl. Kirchensteuer
  7. Ein Investment in physisches Gold nach 12 Monaten: fällt logischerweise weg.

 

Was kannst Du beeinflussen?

Es sei an dieser Stelle gesagt, dass es weitere Steuertypen gibt, diese sind in der Praxis für den Anleger relativ unwichtig, da sie nicht ins Gewicht fallen.

Hierzu zählen die Begriffe wie: Quellensteuer und Vorabpauschale. Um es nicht zu kompliziert zu machen, lassen wir diese außen vor.

Aus den obigen Inhalten kannst Du also erkennen, dass Du auf 4 Bereiche Einfluss nehmen kannst: Das Wachstum in einem Zeitraum, die Art des Investments, den Steuersatz und die Ebene der Besteuerung.

 

Deshalb hier folgende Praxishinweise:

Wachstum in einem Zeitraum:

Ziehe das Wachstum Deiner Anlage möglichst in die Länge. Die wichtigsten Steuern werden nämlich nicht vorab (Vorabpauschale), sondern erst bei Gewinn, also Verkauf ausgelöst. Deshalb verkaufe Deine Investitionen nicht unnötig. Die Steuer wird nämlich beim Verkauf, also dem Zufluss auf Dein Konto fällig (Zuflussprinzip). Je später Du also verkaufst, desto später zahlst Du Steuer und desto länger kannst Du mit Deinem Geld bis dahin arbeiten.

Bei Fonds verwässert sich der effektive Steuersatz von 26,375% bei Gewinnen auf 15,5% nach 40 Jahren, Da über 40 Jahre hinweg keine Steuer gezahlt wurde, nennt man das Stundung. Also das Hinausschieben der Steuerlast.

 

Art des Investments:

Suche ein Investment, das vor allem leicht zu handhaben ist. Wenn Du wenig selbst machen musst, selten verkaufen musst und keine komplizierte Steuererklärung machen musst, kannst Du auch kein Geld bei der Steuererklärung verlieren, weil Du etwas vergessen hat. ETFs sind zum Beispiel leicht zu handhaben, Direktinvestitionen in Immobilien eher schwer.

 

Steuersatz:

Genau Genommen resultiert der Steuersatz aus der Wahl der Anlageklasse und der Anlagedauer und der Wahl der Anlagenebene.

+ Mieteinnahmen, muss Du mit Deinem persönlichen Steuersatz versteuern. Dafür kannst Du aber absetzbare Kosten, wie Investitionen gegenrechnen. Der Zinseszins wird dennoch unterbrochen.

+Kapitalerträge wie Fonds, Geldwerte, Anleihen etc. werden mit 26,375% besteuert.

 

Ebene der Besteuerung:

Als Privatanleger ist Deine Ebene vordefiniert.

Auf dieser Ebene kannst Du eher durch den Mantel und die Anlagedauer Deines Investments die Steuer beeinflussen.

Wer in Policen / Versicherungen investiert, kann bei Kapitalerträgen zwischen 69,4 und ca. 90% weniger Steuern zahlen. Also die 26,375% um 69,4 bis 90% reduzieren.

Bei Immobilien geht das auch, nämlich wenn Du als Privatperson erst nach 10 Jahren verkaufst, dann sind die Gewinne steuerfrei. (Stand heute)

Desweiteren kann man Firmen und Stiftungen gründen. Wer aus der Firma oder Stiftung heraus investiert, begibt sich in die Position der verwahrenden Stelle und ist damit keine Privatperson mehr. Das bringt zwar unter Umständen erhebliche Vorteile, erfordert aber unheimlich viel Know-How, höhere Verwaltungskosten, mehr Aufwand und lohnt sich nur bei hoch 5-stelligen Investitionsraten pro Jahr. Deshalb gehen wir in diesem Artikel nicht weiter auf diese ein.

 

Fazit:

Als Privatanleger solltest Du den Steuersatz von 26,375% kennen, der sich auf Aktien, Geld und Anleihengewinne bezieht. Immobilien werden mit Deinem persönlichen Steuersatz berechnet.

Steuern reduzieren kannst Du vor allem durch die Anlagedauer, den Mantel um Dein Kerninvestment und die Anlegerebene.

Wir raten dazu, diesbesüglich definitiv einen Fachmann aufzusuchen, der sich mit den jeweils spezialisierten Bereichen auskennt. Unerfahrene Investoren ziehen auf Grund der Komplexität meistens falsche Schlussfolgerungen.

Teile diesen Beitrag

Verwandte Beiträge

Stefan Vielhaber

Strategie Entwickler

Stefan Vielhaber ist Experte im Bereich Geldanlage und Vermögensaufbau. In unserem Blog beantwortet er die häufigsten Fragen und zeigt auf, was Du bei Deinen Investitionen unbedingt beachten solltest.

Häufige Fragen
Exklusives Angebot

Wohlstandskurs

Plane Deinen Wohlstand in neun einfachen Schritten.
Kategorien
Bitte trage Dich hier ein, damit wir Dir unser Gratis-Strategiepapier zusenden können.

*Du willigst darin ein, dass wir Dich per E-Mail kontaktieren können.

Fünf fatale Fehler,
Die Deine Geldanlage zum finanziellen Abenteuer machen.

Jetzt in unserem Newsletter anmelden und das eBook kostenfrei downloaden.